Haushalte
Destatis: Zahl der Haushalte kann bis 2050 um bis zu fünf Prozent sinken
Erstmals seit der Wiedervereinigung könnte die Zahl der Privathaushalte schrumpfen, zeigt eine neue Vorausberechnung. In Ostdeutschland wäre der Rückgang am stärksten, alleinlebende Ältere werden mehr.

Das Statistische Bundesamt hat am 5. November seine neue Haushaltsvorausberechnung vorgelegt. Danach kann die Zahl der Privathaushalte in Deutschland bis zum Jahr 2050 um bis zu fünf Prozent zurückgehen. Ausgangspunkt sind 41,8 Millionen Haushalte im Jahr 2024. Unter den Annahmen zweier von drei Varianten läge die Zahl im Jahr 2050 zwischen 40,9 und 39,7 Millionen. Das wäre eine Umkehr des Anstiegs, der seit der Wiedervereinigung 1990 zu beobachten war.
Drei Varianten, keine Prognose
Die Behörde betont, dass es sich um bedingte Wenn-dann-Rechnungen handelt und nicht um Vorhersagen. Grundlage ist die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung. Die Ergebnisse stammen aus einem Trendszenario, das Veränderungen im Verhalten bei der Haushaltsbildung fortschreibt.
Die moderate Variante unterstellt mäßige Änderungen bei Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung. Die Variante einer relativ alten Bevölkerung geht von dauerhaft niedriger Geburtenrate, stark steigender Lebenserwartung und geringer Zuwanderung aus. In beiden sinkt die Zahl der Haushalte um zwei bis fünf Prozent. Nur in der Variante einer relativ jungen Bevölkerung, mit deutlich steigender Geburtenrate und hoher Zuwanderung, läge sie 2050 um ein Prozent über dem Niveau von 2024.
Mehr Menschen leben allein
Einpersonenhaushalte sind schon heute der häufigste Haushaltstyp. Ihre Zahl würde von 17,9 Millionen im Jahr 2024 auf 18,5 bis 19,2 Millionen im Jahr 2050 steigen. Der Anteil der Menschen in Privathaushalten, die allein leben, nähme von 21 Prozent auf 23 bis 24 Prozent zu.
Die Entwicklung verläuft nach Alter sehr unterschiedlich. Bei den 20- bis unter 40-Jährigen dürfte die Zahl der Alleinlebenden sinken, weil diese Altersgruppe schrumpft und Familien später gegründet werden. Bei den 40- bis unter 60-Jährigen hängt das Ergebnis von der Variante ab. Bei den Menschen ab 60 Jahren steigt sie in allen drei Varianten, am stärksten bei den 60- bis unter 70-Jährigen und bei den über 80-Jährigen.
Haushalte mit zwei, drei und vier Personen werden in allen Varianten weniger. Im Jahr 2024 gab es rund 13,6 Millionen Zweipersonen-, 4,8 Millionen Dreipersonen- und 3,9 Millionen Vierpersonenhaushalte. Haushalte mit fünf oder mehr Personen, zuletzt 1,6 Millionen, wachsen nur in der jungen Variante, und zwar um drei Prozent.
Starkes Gefälle zwischen Ost und West
Regional gehen die Rechnungen weit auseinander. Das Amt führt das vor allem auf die heutige Altersstruktur und die künftige Bevölkerungsentwicklung zurück. In den ostdeutschen Flächenländern sinkt die Zahl der Haushalte in allen drei Varianten, am stärksten bei einer relativ alten Bevölkerung mit einem Minus von zwölf Prozent bis 2050. In den westdeutschen Flächenländern und den Stadtstaaten hängt es stark von der Variante ab, ob die Zahl steigt, stagniert oder fällt.
Aussagen zum künftigen Wohnungsbedarf enthält die Mitteilung nicht. Zu beachten ist auch die Abgrenzung: Gezählt werden Gruppen, die als wirtschaftliche Einheit zusammenleben, sowie Alleinlebende. Gemeinschaftsunterkünfte gelten nicht als Haushalt, und Haushalte mit mehreren Wohnsitzen werden je Wohnsitz einmal erfasst.
Quellen
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.



