Kfz-Versicherung
Teure Reparaturen: Kfz-Versicherer erwarten 2026 nur ein knappes Plus
Die Leistungen der Kfz-Versicherer steigen 2026 laut GDV-Hochrechnung um mehr als zehn Prozent, die Beiträge um knapp sieben. Treiber sind Werkstattlöhne und Ersatzteile.

Die Kfz-Versicherer in Deutschland arbeiten 2026 voraussichtlich nur noch knapp profitabel. Nach einer am 29. Oktober veröffentlichten Hochrechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) steigen die Leistungen der Branche um mehr als 10 Prozent auf rund 35 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen wachsen dagegen nur um knapp 7 Prozent auf rund 41 Milliarden Euro. Die Schaden-Kosten-Quote dürfte bei 99 Prozent liegen.
99 Cent von jedem Beitragseuro
Eine Quote von 99 Prozent bedeutet, dass die Versicherer von jedem eingenommenen Euro rund 99 Cent für Schäden und Kosten aufwenden. Viel Spielraum bleibe da nicht, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Die Hochrechnung beruht auf den Zahlen des ersten Halbjahres. Sie unterstellt, dass Schäden durch Sturm, Hagel und Überschwemmung in diesem Jahr leicht unterdurchschnittlich ausfallen.
Rechnerisch wachsen die Leistungen damit um gut drei Prozentpunkte stärker als die Beiträge. Da die Quote angibt, welchen Anteil der Einnahmen Schäden und Kosten aufzehren, würde ein Wert über 100 Prozent bedeuten, dass die Kfz-Sparte mehr ausgibt, als sie an Beiträgen einnimmt. Von dieser Schwelle ist die Branche nach der Hochrechnung nur noch einen Prozentpunkt entfernt.
Werkstattlöhne steigen deutlich schneller als die Preise
Als wesentliche Ursache nennt der Verband die Kosten für Reparaturen. Ein durchschnittlicher Pkw-Sachschaden kostet die Versicherer inzwischen rund 4.600 Euro, etwa 70 Prozent mehr als 2017. Die Stundensätze der Werkstätten stiegen 2025 um 7,5 Prozent und damit mehr als dreimal so stark wie die Verbraucherpreise. Ersatzteile verteuerten sich um 5,6 Prozent.
Im längeren Vergleich fällt der Abstand noch deutlicher aus. Von 2017 bis 2025 legten die Stundensätze um 62 Prozent und die Ersatzteilpreise um rund 60 Prozent zu, während die Verbraucherpreise um 26 Prozent stiegen. Die Beiträge in der Kfz-Haftpflichtversicherung erhöhten sich im selben Zeitraum nach Angaben des GDV um 18 Prozent. Die Preise für Werkstattarbeit sind demnach seit 2017 mehr als dreimal so stark gestiegen wie die Haftpflichtbeiträge.
Bei Elektroautos lagen die Stundensätze 2025 im Schnitt rund 15 Prozent über denen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Der Verband führt das darauf zurück, dass Elektrofahrzeuge häufig in spezialisierten Werkstätten repariert werden müssen.
Beitragserhöhungen der Vorjahre gleichen die Kosten nicht aus
In den vergangenen Jahren hatten die Versicherer ihre Beiträge angehoben, weil die Schadenaufwendungen zeitweise über den Beitragseinnahmen lagen. Nach Darstellung des GDV belasten die Reparaturkosten die Branche trotz dieser Anpassungen weiterhin stark. Eine Prognose für 2027 oder Angaben zu künftigen Beiträgen enthält die Mitteilung nicht. Wenige Tage zuvor hatte der Verband bereits bilanziert, dass Wildunfälle Pkw-Schäden von mehr als 1,2 Milliarden Euro verursachen.
Quellen
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