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Konjunktur

Ifo-Index steigt zum sechsten Mal in Folge, Firmen bewerten ihre Lage schlechter

Das Geschäftsklima kletterte im Oktober auf 90,2 Punkte. Die Erwartungen legten zu, die Einschätzung der laufenden Geschäfte trübte sich ein, im Handel herrscht Stillstand.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Hafenkran und Container am Kai des Hamburger Hafens unter bewölktem Himmel
Foto: Henry Mühlpfordt / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Oktober erneut leicht verbessert. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Instituts stieg nach den am Montag veröffentlichten Ergebnissen auf 90,2 Punkte, nach 89,9 Punkten im September. Es war der sechste Anstieg in Folge. Der Index zog damit mit seinem höchsten Stand seit Mai 2023 gleich. An der monatlichen Umfrage beteiligen sich rund 9.000 Führungskräfte aus Unternehmen.

Erwartungen hoch, Lage schwächer

Getragen wurde der Anstieg von den Erwartungen. Der Teilindex für die kommenden Monate stieg von 90,4 auf 91,6 Punkte. Die aktuelle Geschäftslage bewerteten die befragten Unternehmen dagegen schlechter als im Vormonat, der entsprechende Wert sank von 89,5 auf 88,8 Punkte. Ifo-Präsident Clemens Fuest sprach von einer anhaltenden Konjunkturbelebung, die allerdings ungleichmäßig verlaufe.

Zwischen den Wirtschaftsbereichen gingen die Entwicklungen auseinander. In der Industrie hellte sich die Stimmung deutlich auf: Dort stiegen Lage und Erwartungen zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren gemeinsam. Auch im Bauhauptgewerbe verbesserte sich das Klima. Bei den Dienstleistern trübte es sich dagegen ein, im Handel trat es auf der Stelle.

Staatliche Ausgaben als Stütze

Als wichtigste Stütze gelten derzeit die öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Fachleute und Bundesregierung rechnen für 2026 mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent. Ökonomen verweisen jedoch darauf, dass die privaten Investitionen schwach bleiben und ein selbsttragender Aufschwung noch nicht in Sicht sei. Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut geht davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im Sommer stagniert hat, erwartet aber ein gutes viertes Quartal. Die hohe Inflation bremse zugleich den privaten Konsum.

Als Risiken gelten der Krieg im Iran und die Spannungen im Nahen Osten, die hohe Inflation und die Zinsen, steigende Energiekosten, die politische und finanzielle Unruhe in Frankreich sowie niedrige Wasserstände am Rhein. Dirk Chlench, Senior Economist der Landesbank Baden-Württemberg, wertete die Zusammensetzung des Index als etwas besser, als der Gesamtwert vermuten lasse, weil in einer Erholung die Erwartungen meist stärker zulegten als die Lage. Den Rückgang bei der Lagebeurteilung solle man nicht überbewerten. Zugleich habe der Gegenwind zugenommen, etwa durch sehr hohe Öl- und Gaspreise, einen Rücksetzer beim Auftragseingang und neue Abwärtsrisiken beim Handelspartner Frankreich. Chlench rechnet mit einer mühsamen Entwicklung von Monat zu Monat.

Wachstumszahlen am Freitag

Ob sich die Einschätzungen der Unternehmen in den amtlichen Daten wiederfinden, zeigt sich am Ende der Woche. Das Statistische Bundesamt veröffentlicht am Freitag eine erste Schätzung zum Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal. Am selben Tag folgen vorläufige Ergebnisse zur Entwicklung der Verbraucherpreise im Oktober sowie die monatliche Arbeitsmarktstatistik. Die nächste Ifo-Umfrage erscheint am 24. November.

Quellen

Ifo-GeschäftsklimaInflationKonjunkturWirtschaftswachstum

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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