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Tabaksteuer

Tabaksteuer steigt ab 2027 in vier Stufen und stärker als von der Regierung geplant

Der Bundestag hat höhere Steuern auf Zigaretten, Feinschnitt, erhitzten Tabak und Wasserpfeifentabak beschlossen. Bis 2030 rechnet der Bund mit 11,7 Milliarden Euro Mehreinnahmen.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Aschenbecher voller Zigarettenstummel, Symbolbild für Rauchen und die höhere Tabaksteuer
Foto: Sebastian Martin Dicke / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Rauchen wird in Deutschland von 2027 an schrittweise teurer. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 das Gesetz zur Änderung des Tabaksteuergesetzes in der Fassung des Finanzausschusses angenommen, mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD. Die Steuer steigt über vier Jahre regelmäßig an, und zwar stärker, als es der Regierungsentwurf vorgesehen hatte. Ein Entschließungsantrag der Grünen fand keine Mehrheit.

Höhere Sätze als im Entwurf

Betroffen sind Fabrikzigaretten, Feinschnitt, Pfeifentabak, erhitzter Tabak, Wasserpfeifentabak sowie Tabakersatzstoffe. Schon der Entwurf der Bundesregierung sah vor, dass der gewichtete durchschnittliche Kleinverkaufspreis einer Packung mit 20 Zigaretten von 8,77 Euro im Jahr 2027 über 9,56 Euro und 10,42 Euro auf 11,36 Euro im Jahr 2030 steigt. Derzeit kostet eine solche Packung im Schnitt rund 8,05 Euro.

Mit einem Änderungsantrag haben die Koalitionsfraktionen die Steuersätze darüber hinaus angehoben. Die erwarteten Mehreinnahmen für 2027 verdoppeln sich damit nahezu, von 756 Millionen auf 1,523 Milliarden Euro. Für 2030 rechnet der Bund nun mit 4,461 Milliarden Euro zusätzlich, 872 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Über die vier Jahre summieren sich die Mehreinnahmen auf 11,7 Milliarden Euro. Für Zigarren, Zigarillos, Pfeifentabak und Wasserpfeifentabak gelten die neuen Sätze erst ab dem 1. März 2027.

Haushalt und Gesundheitsschutz als Begründung

Die Bundesregierung hatte die Erhöhung im Eckwertebeschluss vom 29. April 2026 als Maßnahme zur Konsolidierung des Bundeshaushalts vereinbart. Zugleich verweist sie auf den Gesundheitsschutz und das Ziel, die Raucherquote bei Jugendlichen und Erwachsenen zu senken. Die SPD-Finanzpolitikerin Frauke Heiligenstadt betonte den Präventionszweck, insbesondere den Schutz von Kindern und Jugendlichen.

In der Anhörung des Finanzausschusses am 5. Oktober bezeichnete das Deutsche Krebsforschungszentrum deutliche Steuererhöhungen als wirksamste Maßnahme, um den Rauchstopp zu fördern und Jugendliche vom Einstieg abzuhalten. Ein wachsender Schwarzmarkt sei nicht zwangsläufig. Ein Gesundheitsökonom der Universität Hamburg bezifferte die Kosten des Rauchens im Gesundheitswesen auf rund 38 Milliarden Euro. Der AOK-Bundesverband begrüßte insbesondere die höheren Sätze für Feinschnitt, die ein Ausweichen auf Drehtabak verringern sollen.

Industrie warnt vor Schwarzmarkt

Die Tabakwirtschaft hält die Pläne für überzogen. Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse sieht den legalen Markt und das Steueraufkommen gefährdet und hält die erwarteten Mehreinnahmen für unrealistisch. Der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie rechnet damit, dass vor allem der Schwarzmarkt profitiert. Der Bundesverband der Zigarrenindustrie warnte vor Preissteigerungen von 50 bis 60 Prozent und sah 1.600 tarifgebundene Arbeitsplätze in Gefahr. Die Gewerkschaft NGG bemängelte eine fehlende Folgenabschätzung für die Beschäftigung. Die Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft mahnte eine leistungsfähige Zollverwaltung an, ohne die sich die Mehreinnahmen nicht sichern ließen.

Den Grünen geht die Reform dagegen nicht weit genug. Ihr Abgeordneter Johannes Wagner nannte sie halbherzig und forderte neutrale Einheitsverpackungen sowie umfassendere Werbeverbote. Abschließend befasst sich der Bundesrat mit dem Gesetz; ein Einspruch der Länderkammer gilt als unwahrscheinlich.

Quellen

BundeshaushaltBundestagSteuernTabaksteuerZigaretten

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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