Fernverkehr
Bahn macht Familienticket dauerhaft, Warentest sieht meist einen Preisvorteil
Seit Montag verkauft die Deutsche Bahn ihr Familienticket ohne Befristung, gültig ist es ab 1. November. Ein Preisvergleich der Stiftung Warentest fällt überwiegend zugunsten des Angebots aus.

Die Deutsche Bahn hat am Montag den Verkauf ihres Familientickets als dauerhaftes Angebot gestartet. Die Fahrkarten gelten für Reisen ab dem 1. November. Bislang hatte die Bahn den Tarif nur befristet für die Sommerferien angeboten. Bahnchefin Evelyn Palla hatte Anfang Oktober angekündigt, das Ticket zu unveränderten Konditionen und mit Sitzplatzreservierung fest in das Sortiment aufzunehmen.
Preise und Bedingungen
Eine einfache Fahrt im Fernverkehr kostet 59,99 Euro, Hin- und Rückfahrt 99,99 Euro. Die Sitzplatzreservierung ist enthalten. Die Preise gelten für Verbindungen ausschließlich mit Intercity- und ICE-Zügen. Schließt die Strecke Regionalzüge ein, steigt der Preis auf 81,99 Euro für die einfache Fahrt und 143,99 Euro für Hin- und Rückfahrt. Ein City-Ticket für den städtischen Nahverkehr ist nicht enthalten.
Mit einem Ticket können bis zu fünf Personen reisen, von denen höchstens zwei älter als 15 Jahre sein dürfen. Bei der Buchung muss mindestens ein Kind als Mitreisender angegeben werden, sonst erscheint das Angebot nicht. Mindestens ein Kind muss die Fahrt auch tatsächlich antreten. Bis einen Tag vor dem ersten Geltungstag lässt sich das Ticket gegen eine Gebühr von zehn Euro in einen Gutschein umwandeln, das entspricht den Stornobedingungen eines Sparpreises in der zweiten Klasse. Ein festes Kontingent je Zug gibt es nach Angaben der Bahn nicht. Auf stark gebuchten Verbindungen kann das Angebot dennoch ausverkauft sein.
Nachfrage im Sommer
Nach Angaben der Bahn nutzten in den Sommermonaten mehr als 800.000 Menschen das Familienticket. Palla hatte erklärt, das Angebot habe für deutlich mehr Fahrgäste gesorgt, rund 100.000 Familien mehr als im Vorjahr. Zugleich dämpfte die Bahnchefin die Erwartungen an eine rasche Verbesserung der Pünktlichkeit. Das Schienennetz sei über Jahre vernachlässigt worden, ein großer Teil der Anlagen sei alt und störanfällig. Die Sanierung werde mindestens zehn Jahre dauern.
Preisvergleich der Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest hat das Angebot mit regulären Fahrkarten verglichen. Zugrunde lag eine vierköpfige Familie mit Kindern im Alter von acht und elf Jahren, die von Freitag bis Sonntag reist. Die Tester fragten vier Strecken jeweils zwei Wochen, vier Wochen und drei Monate im Voraus ab. Auf reinen Fernverkehrsverbindungen war der Sparpreis in allen Fällen teurer als das Familienticket, für Hin- und Rückfahrt lagen die Preise zwischen 117 und 429 Euro.
Auf Strecken mit Regionalzügen kostete das Familienticket 143,99 Euro, herkömmliche Fahrkarten zwischen 175 und 264 Euro. Einzige Ausnahme war die Verbindung Hannover nach Kiel mit einer Buchung drei Monate im Voraus, die regulär 141,96 Euro kostete. Die Redaktion kommt zu dem Schluss, dass das Familienticket für zwei Erwachsene ab 25 Jahren in der Regel die günstigste Wahl ist, vor allem im reinen Fernverkehr.
Günstiger können nach der Auswertung andere Fahrkarten sein, wenn keine Reservierung benötigt wird, wenn Reisende bereits ein Deutschlandticket besitzen und Fern- und Regionalverkehr kombinieren oder wenn mehrere Monate im Voraus gebucht wird.
Quellen
BahnpreiseDeutsche BahnFamilienticketFernverkehrStiftung Warentest
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