Finanzbetrug
BaFin warnt vor erfundenem Förderprogramm für Mietzahlungen und gefälschten E-Mails
Betrüger werben mit einem angeblichen Bundessonderförderprogramm der Finanzaufsicht und verlangen Bankdaten und Vorauszahlungen. Die BaFin stellt klar, dass sie keine Förderprogramme vergibt.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am Montag vor einer Betrugsmasche gewarnt, bei der Kriminelle ein angebliches Förderprogramm der Behörde für den Wohnungsmarkt anbieten. Das Programm trägt nach Angaben der Aufsicht die Bezeichnung „Bafin Bundessonderförderprogramm, Klasse 4a, SEPA-Mietzahlungsverkehr“. Es existiert nicht. Am selben Tag veröffentlichte die BaFin eine Warnung vor gefälschten E-Mails in ihrem Namen sowie mehrere Hinweise auf mutmaßlich unerlaubte Finanzangebote im Internet.
Erfundene Förderung, echte Datenabfrage
Die Täter verlangen von Verbraucherinnen und Verbrauchern persönliche Daten und die Bankverbindung, in einem Teil der Fälle zusätzlich Vorauszahlungen. Die BaFin stellt klar, dass sie grundsätzlich keine eigenen Förderprogramme, Finanzierungen oder Zuschüsse vergibt, weder für den Wohnungsmarkt noch für den Mietzahlungsverkehr. Solche Aufforderungen seien abzulehnen, Betroffene sollten Anzeige bei Polizei oder Staatsanwaltschaft erstatten.
Parallel warnt die Behörde vor E-Mails, deren Absender sich als BaFin ausgeben und die Empfänger auffordern, zu antworten, einen Link zu öffnen oder etwas zu unterschreiben. Angeschrieben werden nach ihren Angaben Privatpersonen ebenso wie Unternehmen. Die Aufsicht nutzt ausschließlich Adressen mit der Endung @bafin.de, einzige Ausnahme ist der Versand ihres Newsletters über eine Adresse des Bundes. Privatpersonen kontaktiert sie nach eigenen Angaben nicht unaufgefordert per E-Mail und beauftragt dafür auch keine Dritten.
Serie von Warnungen
Die Meldungen reihen sich in eine Serie ein. Bereits Mitte September hatte die BaFin auf Betrugsversuche in ihrem Namen hingewiesen, am 18. September warnte sie vor gefälschten Anrufen, die scheinbar von ihrem Verbrauchertelefon kamen. In der vergangenen Woche veröffentlichte sie zudem mehrere Warnungen vor Internetseiten, deren Betreiber die Identität real existierender Finanzunternehmen missbrauchen.
Am Montag kamen zwei weitere hinzu. Hinter der Seite graziamanagement.com vermutet die Aufsicht unbekannte Betreiber, die ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbieten. Sie nutzen demnach die Identität der Grazia Capital Management GmbH aus Stuttgart, die mit dem Angebot nichts zu tun hat. Bei primefincompany.com besteht der Verdacht, dass in Deutschland ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen angeboten werden. Eine Verbindung zur Prime Finance LTD mit Sitz im englischen Harlow konnte die BaFin nicht feststellen, sie geht von einem Identitätsmissbrauch aus. Grundlage der Warnungen sind das Kreditwesengesetz und bei Kryptoangeboten das Kryptomärkteaufsichtsgesetz.
Investition in Bäume ohne Prospekt
Gesondert wies die Aufsicht auf die Greenchild LLC hin, die nach eigenen Angaben im kosovarischen Ferizaj sitzt. Die BaFin hat Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen in Deutschland öffentlich eine Vermögensanlage anbietet, bei der Anleger in die Aufzucht und Vermarktung von Paulownia-Bäumen investieren sollen. Einen nach dem Vermögensanlagengesetz erforderlichen Verkaufsprospekt hat die Gesellschaft demnach nicht veröffentlicht.
Vermögensanlagen dürfen in Deutschland grundsätzlich nur öffentlich angeboten werden, wenn die BaFin zuvor einen Prospekt gebilligt hat. Die Behörde prüft dabei Vollständigkeit, Verständlichkeit und Widerspruchsfreiheit, nicht aber die Richtigkeit der Angaben, die Seriosität des Anbieters oder die Qualität des Produkts. Für die Richtigkeit des Prospekts haften die Emittenten.
Quellen
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