Wohnungsbau
Baugenehmigungen für Wohnungen: Zuwachs verliert im Juli an Tempo
Im Juli wurden 22.500 Wohnungen genehmigt, nur 1,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Juni hatte das Plus noch 13,8 Prozent betragen. Seit Jahresbeginn liegt die Zahl der Genehmigungen knapp 13 Prozent über dem Vorjahr.

Die Erholung bei den Baugenehmigungen setzt sich fort, hat aber zuletzt an Schwung verloren. Wie das Statistische Bundesamt am 18. September mitteilte, genehmigten die Bauämter im Juli 2026 den Bau von 22.500 Wohnungen. Das waren 1,9 Prozent oder rund 400 Wohnungen mehr als im Juli 2025. Einen Monat zuvor hatte der Zuwachs gegenüber dem Vorjahresmonat noch bei 13,8 Prozent gelegen, im Mai bei 24,7 Prozent.
Neubau stagniert, Umbau legt zu
Bei neu zu errichtenden Gebäuden war der Anstieg im Juli kaum messbar. Genehmigt wurden 18.400 Neubauwohnungen, ein Plus von 0,8 Prozent. Deutlicher fiel der Zuwachs bei Wohnungen aus, die durch Umbau bestehender Gebäude entstehen sollen: Hier stieg die Zahl um 7,0 Prozent auf 4.100.
Im Juni waren nach Angaben des Bundesamts 21.600 Wohnungen genehmigt worden, davon 17.800 im Neubau. Für das gesamte erste Halbjahr hatte die Behörde 126.300 genehmigte Wohnungen gemeldet, 15,1 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Juli fällt im Vergleich dazu deutlich schwächer aus, liegt in absoluten Zahlen aber leicht über dem Juniwert.
Bilanz seit Jahresbeginn
Über die ersten sieben Monate gerechnet bleibt das Bild positiv. Von Januar bis Juli 2026 wurden 148.800 Wohnungen genehmigt, 12,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach Gebäudearten ergibt sich folgendes Bild:
- Einfamilienhäuser: 27.900 Wohnungen, plus 9,7 Prozent
- Zweifamilienhäuser: 8.900 Wohnungen, plus 25,0 Prozent
- Mehrfamilienhäuser: 79.700 Wohnungen, plus 15,1 Prozent
- Wohnheime: 4.700 Wohnungen, minus 6,2 Prozent
- Umbaumaßnahmen: 24.900 Wohnungen, plus 8,9 Prozent
Das Bundesamt hatte bereits für das erste Halbjahr den stärksten Anstieg in einem ersten Halbjahr seit 2016 gemeldet, zugleich aber darauf hingewiesen, dass dieser auf einem niedrigen Ausgangsniveau der Jahre 2024 und 2025 aufsetzt. Zudem erreichen Genehmigungen die Statistik oft mit Verzögerung, weil die Bauämter sie erst nach dem Genehmigungsmonat melden. Die jüngsten Werte können daher noch korrigiert werden.
Aufträge im Bau rückläufig
Ein gemischtes Signal kommt vom Bauhauptgewerbe. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom 25. September sank der reale Auftragseingang im Juli gegenüber dem Vormonat um 9,2 Prozent, bereinigt um Kalender- und Saisoneffekte. Im Hochbau, zu dem der Wohnungsbau zählt, betrug das Minus 8,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lagen die realen Aufträge um 1,9 Prozent niedriger. Der Umsatz der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten stieg dagegen real um 4,6 Prozent, die Zahl der Beschäftigten um 1,5 Prozent auf rund 545.000.
Einordnung
Baugenehmigungen gelten als Frühindikator für die künftige Bautätigkeit, sind aber keine Garantie für fertiggestellte Wohnungen. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland nach Angaben des Bundesamts 251.937 Wohnungen fertiggestellt. Ob sich die höheren Genehmigungszahlen in den kommenden Jahren in mehr Fertigstellungen niederschlagen, hängt unter anderem von Finanzierungsbedingungen und Baukosten ab.
Quellen
BaugenehmigungenBauwirtschaftDestatisNeubauWohnungsbau
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