Baukonjunktur
Großaufträge lassen Bestellungen am Bau im August um 23 Prozent steigen
Die Aufträge im Bauhauptgewerbe sind im August so stark gestiegen wie nie seit Beginn der Statistik 1991. Getragen wird das Plus vom Tiefbau, im Hochbau liegen die Bestellungen unter dem Vorjahr.

Das Bauhauptgewerbe in Deutschland hat im August deutlich mehr Aufträge erhalten als im Vormonat. Wie das Statistische Bundesamt am 23. Oktober mitteilte, lag der preisbereinigte Auftragseingang kalender- und saisonbereinigt um 23,0 Prozent über dem Juli. Das ist der stärkste Anstieg gegenüber einem Vormonat seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991. Die Statistiker führen den Sprung auf mehrere Großaufträge zurück.
Tiefbau zieht, Hochbau stagniert
Getragen wurde die Entwicklung vom Tiefbau. Hier stiegen die Aufträge gegenüber dem Vormonat um 31,6 Prozent und gegenüber August 2025 um 36,4 Prozent. Im Hochbau legten die Bestellungen zwar um 12,4 Prozent gegenüber Juli zu, lagen aber um 1,7 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich, bei dem die Monate Juni bis August den drei Monaten davor gegenübergestellt werden, ergibt sich für den Hochbau ein Plus von 0,6 Prozent und für den Tiefbau von 13,8 Prozent. Für das gesamte Bauhauptgewerbe beträgt der Zuwachs in dieser Betrachtung 7,6 Prozent.
Gegenüber August 2025 lag der Auftragseingang insgesamt kalenderbereinigt und real um 17,3 Prozent höher. Nominal, also einschließlich der Preisentwicklung, betrug das Plus 23,8 Prozent. Der Abstand zwischen beiden Werten spiegelt die gestiegenen Baupreise wider.
Umsatz und Beschäftigung
Auch die Umsätze der Betriebe nahmen zu. Sie lagen im August real um 4,9 Prozent und nominal um 10,1 Prozent über dem Vorjahresmonat und erreichten 10,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe stieg um 1,5 Prozent auf rund 548.000. Die Angaben beziehen sich auf Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten, deren Schwerpunkt im Hochbau oder im Tief- und Spezialbau liegt.
Wohnungsbau ohne eigene Auftragszahl
Für den Wohnungsbau weist die aktuelle Mitteilung keine gesonderten Auftragszahlen aus. Hinweise liefert die Baugenehmigungsstatistik, die das Bundesamt eine Woche zuvor veröffentlicht hatte. Danach wurde im August der Bau von 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen 16.500 auf Neubauten und 4.200 auf Umbauten bestehender Gebäude. Von Januar bis August summierten sich die Genehmigungen auf 169.400 Wohnungen, ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders stark wuchs in diesem Zeitraum die Zahl genehmigter Wohnungen in Zweifamilienhäusern mit einem Plus von 21,7 Prozent auf 10.000 sowie in Mehrfamilienhäusern mit einem Zuwachs von 14,5 Prozent auf 90.600. Bei Einfamilienhäusern lag das Plus bei 7,8 Prozent. Das Bundesamt weist darauf hin, dass Genehmigungen häufig verspätet gemeldet werden und die Werte der jüngsten Monate daher noch korrigiert werden können. Ob die steigenden Genehmigungszahlen sich in den kommenden Monaten auch in Aufträgen für den Wohnungsbau niederschlagen, lässt sich aus den vorliegenden Daten noch nicht ablesen.
Quellen
AuftragseingangBaugenehmigungenBauhauptgewerbeDestatisTiefbau
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