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Briefporto

Porto ab 2027: Bundesnetzagentur gibt der Post Spielraum von gut 20 Prozent

Die Bundesnetzagentur will der Deutschen Post für 2027 und 2028 deutlich höhere Briefpreise erlauben. Grund sind vor allem die sinkenden Briefmengen. Die Post hatte mehr verlangt.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Gelber Briefkasten an einer Hauswand in Deutschland als Symbol für das Briefporto
Foto: 4028mdk09 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Bundesnetzagentur hat am Montag, 12. Oktober 2026, ihre geplante Entscheidung über den Preisrahmen der Deutschen Post AG für die Jahre 2027 und 2028 veröffentlicht. Danach darf das Unternehmen die Entgelte im Korb für Briefe von Privatkunden um bis zu 20,35 Prozent anheben. Für Pakete von Privatkunden sieht die Behörde einen Spielraum von 10,72 Prozent vor. Die endgültige Entscheidung soll im November fallen.

Deutlich mehr Spielraum als in der laufenden Periode

Im sogenannten Price-Cap-Verfahren legt die Behörde keine Einzelpreise fest, sondern Obergrenzen für ganze Produktkörbe. Für den Korb Privatkunden Brief und für die Geschäftspost, zu der Teilleistungen und Postzustellungsaufträge gehören, ergibt sich jeweils ein Wert von 20,35 Prozent. In der vorangegangenen Entscheidung von 2024 lag dieser Wert bei 10,48 Prozent, bei Privatkundenpaketen bei 7,21 Prozent. Ein Standardbrief kostet seit Anfang 2025 95 Cent.

Grundlage der Berechnung ist eine gesamtwirtschaftliche Preissteigerungsrate von 4,04 Prozent für den Zeitraum, gestützt auf Prognosen für 2026 und 2027. Dem stellt die Bundesnetzagentur eine negative Produktivitätsentwicklung gegenüber: minus 16,31 Prozent bei Briefen und Geschäftspost, minus 6,68 Prozent bei Privatkundenpaketen. Weil die Produktivität sinkt, erhöht sich der zulässige Preisanstieg entsprechend.

Sinkende Briefmengen treiben die Stückkosten

Als wesentlichen Grund nennt die Behörde den deutlichen Rückgang der Briefmengen. Kommunikation verlagere sich zunehmend auf digitale Kanäle, hinzu komme die für Unternehmen ab 2028 verpflichtende elektronische Rechnung. Wenn weniger Sendungen dieselbe Infrastruktur tragen müssen, steigen die Kosten je Brief. Behördenpräsident Klaus Müller bezeichnete die stark abnehmenden Briefmengen als wesentlichen Grund für das steigende Porto.

Zugleich bleibt die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben unter den Forderungen der Post. Das Unternehmen hatte einen höheren Spielraum beantragt und auf gestiegene Wertschöpfungs- und Gemeinkosten verwiesen. Anerkannt hat die Behörde sämtliche Personal-, Sozial- und Versorgungslasten, die die Post als Rechtsnachfolgerin der Deutschen Bundespost trägt. Weitere geltend gemachte Mehrkosten berücksichtigte sie nicht in voller Höhe.

Erstmals Marktanalyse nach neuem Postgesetz

Mit dem Verfahren hat die Bundesnetzagentur erstmals auf Grundlage des neuen Postgesetzes untersucht, ob die Märkte regulierungsbedürftig sind. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass sowohl der Briefmarkt als auch der Markt für Pakete von Privatkunden der Regulierung bedürfen und die Deutsche Post auf beiden eine marktbeherrschende Stellung hat.

Wie es weitergeht

Der Entscheidungsentwurf der Beschlusskammer 5 trägt das Aktenzeichen BK5-26-0001. Bis zum 30. Oktober 2026 können die Post, ihre Wettbewerber, Verbraucherorganisationen und weitere Interessierte Stellung nehmen. Nach der abschließenden Entscheidung im November kann die Post für einzelne Produkte wie Standardbrief oder Postkarte konkrete Preise zur Genehmigung vorlegen. Genehmigungsfähig sind Preise, die sich innerhalb des Rahmens bewegen. Wie das Unternehmen den Spielraum auf die einzelnen Produkte eines Korbes verteilt, entscheidet es selbst. Ob der Standardbrief im vollen Umfang teurer wird oder die Erhöhung stärker auf andere Sendungsarten entfällt, ist damit offen.

Quellen

BriefpreiseBundesnetzagenturDeutsche PostPortoPostgesetz

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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