Rückruf
Babynahrung: Kaufland ruft bereits zurückgerufene Aptamil-Chargen erneut zurück
Seit Februar zurückgerufene Säuglingsnahrung von Aptamil und Milumil ist vereinzelt erneut in Kaufland-Filialen verkauft worden. Grund für den ursprünglichen Rückruf war das Toxin Cereulid.

Die Handelskette Kaufland hat bestimmte Chargen der Säuglingsnahrung Aptamil und Milumil erneut zurückgerufen. Die Produkte waren bereits Anfang Februar 2026 vom Hersteller Danone wegen einer möglichen Belastung mit dem Giftstoff Cereulid vom Markt genommen worden, gelangten nach Angaben des Händlers aber vereinzelt dennoch in den Verkauf. Das Behördenportal lebensmittelwarnung.de hat seine Meldung zu dem Rückruf am Montag, 12. Oktober 2026, entsprechend aktualisiert.
Zehn Artikel, zahlreiche Haltbarkeitsdaten
Kaufland hatte den erneuten Rückruf am 9. Oktober in Abstimmung mit den deutschen Behörden bekanntgegeben. Betroffen sind nach der Mitteilung zehn Artikel, darunter Aptamil Pronutra Pre, 1, 2 und 3, Aptamil Profutura Pre, 1 und 2 sowie Milumil Pre in Packungsgrößen von 800 und 1.200 Gramm. Der Händler kennzeichnet die betroffene Ware über Mindesthaltbarkeitsdaten, die von Oktober 2026 bis November 2027 reichen. Chargennummern, den Verkaufszeitraum und die betroffenen Filialen nennt die Mitteilung nicht.
Nach Darstellung von Kaufland sind trotz aller Sorgfalt vereinzelt Packungen mit zurückgerufenen Haltbarkeitsdaten in den Verkauf gelangt. Inzwischen seien alle betroffenen Produkte aus den Regalen entfernt. Das Unternehmen könne aber nicht ausschließen, dass Kunden die Ware in der Zwischenzeit gekauft hätten. Die Produkte sollen nicht mehr verfüttert werden und können in jeder Filiale auch ohne Kassenbon gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgegeben werden. Kaufland entschuldigte sich bei den Betroffenen. Angaben zur Ursache der Panne machte das Unternehmen nicht.
Cereulid kann Erbrechen und Durchfall auslösen
Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus gebildet wird. Laut lebensmittelwarnung.de kann es Erbrechen und Durchfall verursachen, meist 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr. Die ursprüngliche Warnung wurde am 30. Januar 2026 vom Land Hessen eingestellt und gilt für alle 16 Bundesländer. Danone hatte den Rückruf am 5. Februar ausgeweitet und dies mit einer aktualisierten Empfehlung zum Schwellenwert für Cereulid begründet.
Kontamination über einen Rohstoff aus China
Der Fall reicht über einen einzelnen Hersteller hinaus. Bereits im Januar hatte Nestlé aus demselben Grund vorsorglich Produkte der Marken Beba und Alfamino zurückgerufen. Nach Angaben der Stiftung Warentest stammte die Verunreinigung aus Arachidonsäure-Öl aus China. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legte Anfang Februar akute Referenzdosen für Cereulid in Babynahrung fest, für Säuglingsanfangsnahrung 0,054 Mikrogramm je Liter. Seit Ende Februar darf Arachidonsäure-Öl aus China nur noch mit Labortest und amtlichem Zertifikat in die EU eingeführt werden. Die Zollbehörden kontrollieren die Hälfte aller Lieferungen.
Der erneute Rückruf wirft die Frage auf, wie zuverlässig Rückrufe im Handel bis in die einzelne Filiale umgesetzt werden. Angaben dazu, wie viele Packungen nach Februar noch verkauft wurden, liegen bislang nicht vor.
Quellen
AptamilBabynahrungCereulidKauflandLebensmittelsicherheitRückruf
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.



