Zum Inhalt springen

Private Krankenversicherung

PKV-Beiträge 2027: Auswertung zeigt Spanne von 2,2 bis 18 Prozent zwischen Anbietern

Der Verband nennt im Schnitt 13,4 Prozent mehr für 53 Prozent der Versicherten. Eine Maklerauswertung von 22 Unternehmen zeigt nun, wie weit die Anpassungen auseinanderliegen.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Dunkles Stethoskop liegt in einer Schlaufe auf einer hellen, warm getönten Fläche
Foto: Michael Movchin / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Die Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung fallen zum 1. Januar 2027 je nach Unternehmen sehr unterschiedlich aus. Das geht aus einer Auswertung des Versicherungsfachmanns Ferdinand Halm hervor, über die das Versicherungsjournal am 3. November berichtete. Die durchschnittlichen Werte reichen demnach von 2,2 Prozent bei der R+V bis zu 18 Prozent bei der Bayerischen Beamtenkrankenkasse.

Die Werte im Überblick

Halm, dessen Analyse auf der Internetseite des Kölner Versicherungsmaklers HC Consulting erschienen ist, wertet 22 private Krankenversicherer aus. Die Zahlen beruhen auf Angaben potenzieller Tarifwechsler und betreffen Unisex-Tarife der Krankenvollversicherung für Angestellte, Selbstständige und Freiberufler. Beamte und andere Beihilfeberechtigte sind nicht erfasst, Prämiensenkungen sind eingerechnet.

Über der Marke von zehn Prozent liegen neben der Bayerischen Beamtenkrankenkasse die Union Krankenversicherung mit 15,6 und die Axa mit 11,7 Prozent. Am unteren Ende stehen neben der R+V die Nürnberger mit 2,7, die Barmenia mit 4,1 und die Allianz mit 4,9 Prozent. Neun Anbieter bewegen sich zwischen fünf und zehn Prozent: Arag, Continentale, DKV, Gothaer, Hansemerkur, Inter, Landeskrankenhilfe, Signal Iduna und Universa.

Die Aussagekraft ist begrenzt. Der Spitzenwert der Bayerischen Beamtenkrankenkasse stützt sich auf Daten von 120 Versicherten, ein Teil der Angaben gilt als vorläufig. Für sechs Unternehmen, die üblicherweise zum Jahresbeginn anpassen, nennt die Auswertung keine Zahlen, weil deren Tarife noch geprüft werden: Debeka, Generali, Hallesche, HUK-Coburg, Münchener Verein und Süddeutsche.

Die Zahlen des Verbandes

Der Verband der Privaten Krankenversicherung hatte im Oktober mitgeteilt, dass die Beiträge zum Jahreswechsel für rund 53 Prozent der Versicherten steigen, im Schnitt um etwa 13,4 Prozent. Für Beihilfeberechtigte liegt der Durchschnitt danach bei 11,4 Prozent, für alle übrigen Versicherten bei 15,3 Prozent. Anpassungen im Laufe des Jahres sind nicht enthalten. Vollversichert sind in der Branche knapp neun Millionen Menschen.

Die Reihe der Erhöhungen setzt sich damit fort. Für 2026 lag die Anpassung im Schnitt bei etwa 13 Prozent für 60 Prozent der Vollversicherten, für 2025 bei rund 18 Prozent für etwa zwei Drittel.

Warum die Prämien in Sprüngen steigen

Als Grund nennt der Verband höhere Ausgaben für medizinische Leistungen, vor allem in Kliniken, in der ambulanten Versorgung und bei Zahnbehandlungen. Er erwartet wegen neuer Behandlungsmethoden, höherer Preise und steigender Personalkosten weiter wachsende Kosten. Beiträge dürfen nur angepasst werden, wenn die Leistungen eines Tarifs nachweislich um einen bestimmten Prozentsatz über der Kalkulation liegen. Gesetzlich sind zehn Prozent vorgeschrieben, vertraglich kann eine niedrigere Schwelle vereinbart sein.

Der Verband argumentiert, dass die Beiträge der gesetzlichen Krankenversicherung in den vergangenen 20 Jahren ähnlich stark gestiegen seien. Dort fällt der Druck auf Besserverdienende im kommenden Jahr vor allem über die höhere Beitragsbemessungsgrenze an. Die Versicherungspflichtgrenze für Arbeitnehmer soll nach Angaben der Bundesregierung von 77.400 Euro in diesem Jahr auf 84.150 Euro im Jahr 2027 steigen.

Quellen

BeiträgeKrankenversicherungPKV

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

Beitrag teilen

Weitere Nachrichten

Herausgegeben von der Bundesverbraucherhilfe

Hilfe statt Schutz.

Die Bundesverbraucherhilfe unterstützt Verbraucherinnen und Verbraucher und hilft Unternehmen, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. Das Bundesverbraucherblatt ist ihr Nachrichtenmedium.

Mitglied werden