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Kommunalfinanzen

Schulden der Kommunen steigen 2025 um fast zehn Prozent auf 379 Milliarden Euro

Städte, Gemeinden und Kreise samt ihren Beteiligungen haben sich 2025 deutlich stärker verschuldet als im Vorjahr. Pro Kopf liegt Hessen inzwischen vor dem Saarland.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Efeubewachsene Fassade des Rathauses in Dülmen mit Blumenkästen unter blauem Himmel
Foto: Dietmar Rabich / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Verschuldung der Kommunen in Deutschland ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, wuchsen die integrierten Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände einschließlich ihrer Beteiligungen bis Ende 2025 um 9,9 Prozent auf 378,9 Milliarden Euro. Im Jahr zuvor hatte der Zuwachs bei 6,3 Prozent gelegen. Rechnerisch entfallen damit auf jeden Einwohner 4.907 Euro kommunale Schulden.

Rekorddefizit treibt die Kernhaushalte

Am stärksten legten die Schulden in den Kernhaushalten zu, also in den eigentlichen Haushalten der Kommunen. Sie stiegen um 15,5 Prozent. Bei den Extrahaushalten, zu denen ausgelagerte Einheiten zählen, betrug das Plus 14,7 Prozent. Die Schulden der sonstigen öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, an denen Kommunen beteiligt sind, erhöhten sich um 4,5 Prozent.

Das Bundesamt führt den Anstieg in den Kern- und Extrahaushalten auf das Rekorddefizit der Kommunen im Jahr 2025 zurück. Es war bereits das zweite Rekordjahr in Folge. Nach früheren Angaben der Statistiker beliefen sich die kommunalen Fehlbeträge im vergangenen Jahr auf 31,9 Milliarden Euro.

Große Unterschiede zwischen den Ländern

Die höchste Pro-Kopf-Verschuldung weisen die Kommunen in Hessen auf. Dort stiegen die Schulden um 7,4 Prozent auf 6.763 Euro je Einwohner. Damit vergrößerte sich der Abstand zum Saarland, das mit 6.408 Euro je Einwohner Ende 2023 noch an der Spitze gelegen hatte. Am niedrigsten ist die Belastung in Brandenburg mit 2.733 Euro, in Sachsen mit 3.338 Euro und in Thüringen mit 3.692 Euro je Einwohner. Auch Bayern mit 3.851 Euro und Schleswig-Holstein mit 4.166 Euro liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Beim Tempo des Anstiegs zeigt sich ein anderes Bild. Die größten Zuwächse verzeichneten Niedersachsen mit 13,3 Prozent, Baden-Württemberg mit 13,1 Prozent, Schleswig-Holstein mit 11,5 Prozent und Bayern mit 11,1 Prozent. In Schleswig-Holstein und Bayern waren die Schulden bereits im Vorjahr stark gewachsen. Am geringsten fiel das Plus im Saarland mit 2,3 Prozent und in Thüringen mit 2,9 Prozent aus.

Entschuldungsprogramme der Länder wirken unterschiedlich

In mehreren Ländern prägen Hilfsprogramme die Zahlen. Im Saarland übernahm das Land im Rahmen des Saarlandpakts weiterhin Kassenkredite aus den kommunalen Kernhaushalten. Thüringen ist das einzige Land, in dem die Schulden der Kernhaushalte sanken, und zwar um 5,3 Prozent. In Rheinland-Pfalz waren die kommunalen Schulden 2024 noch um 10,2 Prozent gefallen, 2025 stiegen sie um 8,3 Prozent. Das Land übernahm im vergangenen Jahr im Rahmen seines Programms PEK-RP nur noch ein geringes Volumen kommunaler Liquiditätskredite.

Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sind in der Statistik nicht enthalten, weil ihre Finanzen der Landesebene zugeordnet werden. Erfasst werden zudem nur Schulden gegenüber dem nichtöffentlichen Bereich, etwa bei Banken und privaten Unternehmen. Eine Aussage darüber, für welche Schulden die Kommunen im Einzelnen haften, lässt das Modell nach Angaben der Statistiker nicht zu. Mit dem kommunalen Vermögen verrechnen lassen sich die Werte ebenfalls nicht, da Daten für die Beteiligungen fehlen.

Quellen

DestatisKommunenVerschuldung

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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