Konjunktur
Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 0,2 Prozent, Investitionen gehen zurück
Das Bruttoinlandsprodukt ist im Sommerquartal erneut leicht gestiegen, das Tempo lässt aber nach. Der Euroraum wächst doppelt so schnell.

Die deutsche Wirtschaft ist im dritten Quartal 2026 leicht gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent über dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 30. Oktober nach einer ersten Schätzung mitteilte. Im ersten Quartal hatte das Plus 0,4 Prozent betragen, im zweiten 0,3 Prozent. Die Zuwachsraten werden damit von Quartal zu Quartal kleiner. Die bisherigen Ergebnisse revidierte das Amt nicht.
Konsum leicht im Plus, Investitionen rückläufig
Gestützt wurde die Entwicklung nach Angaben der Statistiker von den Konsumausgaben. Private Haushalte und Staat gaben preisbereinigt leicht mehr aus als im Frühjahr. Die Investitionen gingen nach vorläufigen Erkenntnissen zurück. Beim Außenhandel schwächte sich die in der ersten Jahreshälfte sehr dynamische Exportentwicklung im Sommer merklich ab. Genaue Werte für die einzelnen Komponenten nennt Destatis in der Schnellmeldung nicht. Ausführliche Ergebnisse sollen am 25. November folgen.
Nominal deutlich stärker als real
Im Vergleich zum Vorjahresquartal lag die Wirtschaftsleistung preisbereinigt um 1,3 Prozent höher, nach zusätzlicher Bereinigung um Kalendereffekte um 1,2 Prozent. In jeweiligen Preisen erreichte das BIP 1.188,63 Milliarden Euro und damit 4,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der große Abstand zwischen nominalem und preisbereinigtem Zuwachs zeigt, welchen Anteil Preissteigerungen am Wachstum der Wirtschaftsleistung in Euro haben. Auf der Importseite meldete Destatis am selben Tag für September einen Anstieg der Einfuhrpreise um 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Deutschland bleibt hinter dem Euroraum zurück
Im europäischen Vergleich wuchs Deutschland unterdurchschnittlich. Nach der ebenfalls am 30. Oktober veröffentlichten Schnellschätzung des EU-Statistikamts Eurostat legte die Wirtschaft des Euroraums im dritten Quartal um 0,4 Prozent zu, die der gesamten Europäischen Union um 0,5 Prozent. Im zweiten Quartal hatten die Raten bei 0,6 und 0,7 Prozent gelegen. Spanien und die Niederlande kamen auf jeweils 0,6 Prozent, Irland auf 5,5 Prozent. Italien stagnierte, die Wirtschaftsleistung Frankreichs schrumpfte um 0,1 Prozent, die Litauens um 1,0 Prozent. Werte lagen zum Zeitpunkt der Schnellschätzung für 15 Mitgliedstaaten vor.
Beschäftigung sinkt trotz Wachstum
Am Arbeitsmarkt schlägt sich das Wachstum bislang nicht nieder. Im dritten Quartal hatten nach Angaben von Destatis rund 45,67 Millionen Erwerbstätige ihren Arbeitsplatz in Deutschland. Das waren saisonbereinigt 57.000 weniger als im zweiten Quartal. Für September meldete das Amt rund 45,60 Millionen Erwerbstätige mit Wohnort in Deutschland, 211.000 oder 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Von Januar bis August war die bereinigte Erwerbstätigkeit im Schnitt um 19.000 Personen pro Monat gesunken. Die Erwerbslosenquote nach den Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation lag im September bei 4,1 Prozent.
Quellen
- Statistisches Bundesamt: Bruttoinlandsprodukt im 3. Quartal 2026, Pressemitteilung Nr. 381 (30.10.2026)
- Statistisches Bundesamt: Erwerbstätigkeit im September 2026, Pressemitteilung Nr. 380 (30.10.2026)
- Statistisches Bundesamt: Pressemitteilungen (Übersicht, u. a. Importpreise September 2026)
- Agence Europe: Euro area GDP estimated to have risen by 0.4% in third quarter
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.



