Finanzaufsicht
BaFin warnt vor Kreditportalen, die Gebühren verlangen und nichts auszahlen
Die Finanzaufsicht warnt vor einer Reihe nahezu identischer Kreditseiten. Die Betreiber nutzen den Namen eines Frankfurter Vermittlers und eine gefälschte Bundesbank-Lizenz.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat am 5. November 2026 vor einer Reihe nahezu identischer Internetseiten gewarnt, auf denen gegen Gebühr Kredite angeboten werden. Nach Angaben der Aufsicht werden die zugesagten Darlehen nicht ausgezahlt. Die Warnung stützt sich auf Paragraf 37 Absatz 4 des Kreditwesengesetzes.
Ein echter Name als Tarnung
Die BaFin nennt unter anderem die Adressen kriqs(.)de, krdliqs(.)info, kreditiqs(.)de, krdsiq(.)info, kred-iqs(.)de und kredlqs(.)de. Die Aufzählung ist nach ihrer Darstellung nicht abschließend. Die Schreibweisen ähneln dem Namen der KRED.IQs Immobiliardarlehensvermittlung GmbH aus Frankfurt am Main, die ausschließlich unter der Adresse krediqs(.)immo auftritt. Mit den beanstandeten Seiten hat das Unternehmen nach Angaben der Aufsicht nichts zu tun. Die BaFin wertet die Verwendung seines Namens als Identitätsdiebstahl.
Um Vertrauen zu erwecken, zeigen die Seiten eine angebliche Kreditlizenz der Deutschen Bundesbank. Diese Lizenz ist nach Feststellung der BaFin gefälscht. Wie hoch die verlangten Gebühren sind und wie viele Verbraucher betroffen sein könnten, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Weitere Warnungen binnen zwei Tagen
Die Kreditseiten sind nicht der einzige Fall dieser Woche. Am 6. November warnte die Aufsicht vor der Seite landshypotek-bnk(.)com. Deren Betreiber geben sich als die schwedische Landshypotek Bank mit Sitz in Stockholm aus und nennen eine Registrierungsnummer. Die BaFin hat keine Hinweise darauf, dass das echte Institut mit dem Angebot in Verbindung steht, und vermutet auch hier einen Identitätsdiebstahl. Nach ihren Angaben werden auf der Seite Bankgeschäfte ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten.
Ebenfalls am 5. November veröffentlichte die BaFin eine Warnung vor unerlaubten Festgeldangeboten auf der Seite gruene-aura(.)de im Zusammenhang mit Investitionen in Paulownia-Bäume. Hinzu kamen an beiden Tagen drei Warnungen vor angeblichen Jobangeboten: auf den Seiten wewin-consulting(.)de und sgg-beratung(.)de, jeweils auch über den Messengerdienst Telegram verbreitet, sowie im Namen einer „Klever Beratung“. Bereits am 3. November hatte die Aufsicht vor Fest- und Tagesgeldangeboten gewarnt, die unter Domains im Namen der Allianz verschickt wurden.
Das Muster hinter den Fällen
Die Aufsicht erinnert in ihren Mitteilungen daran, dass in Deutschland eine Erlaubnis der BaFin benötigt, wer Bank-, Finanz-, Wertpapier-, Kryptowerte- oder Zahlungsdienstleistungen anbietet. Ob ein Unternehmen über eine solche Erlaubnis verfügt, weist die Behörde in ihrer öffentlichen Unternehmensdatenbank aus.
Auffällig an den aktuellen Fällen ist das wiederkehrende Vorgehen. Die Betreiber kopieren Namen und Erkennungsmerkmale real existierender Institute und Vermittler oder wandeln deren Internetadressen um wenige Buchstaben ab. Gefälschte Lizenzen und Registrierungsnummern sollen den Eindruck eines regulären Geschäfts verstärken. Leidtragende sind neben den Kunden auch die seriösen Unternehmen, deren Namen missbraucht werden.
Quellen
BaFinFinanzaufsichtKreditbetrug
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