Finanzaufsicht
BaFin warnt vor Festgeldofferten im Namen der Allianz
Unbekannte verschicken laut Finanzaufsicht Fest- und Tagesgeldangebote von drei E-Mail-Adressen und berufen sich zu Unrecht auf die Allianz SE. Es ist nicht der einzige Fall von Identitätsmissbrauch binnen einer Woche.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat am Dienstag vor Fest- und Tagesgeldangeboten gewarnt, die von den Adressen @meinallianz.com, angebote@portalallianz.com und angebote@allianzvergleich.com verschickt werden. Die Absender erwecken den Eindruck, die Angebote stammten von der Allianz SE in München. Das trifft nach Darstellung der Behörde nicht zu. Sie stuft den Vorgang wörtlich so ein: „Es handelt sich um Identitätsmissbrauch.“
Verdacht auf Geschäfte ohne Erlaubnis
Die Aufsicht hat den Verdacht, dass die unbekannten Betreiber Finanzdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis anbieten. Wer in Deutschland solche Geschäfte betreibt, braucht nach den Hinweisen der Behörde eine Erlaubnis der BaFin. Ob ein Unternehmen über eine Zulassung verfügt, lässt sich der Unternehmensdatenbank der Aufsicht entnehmen. Angaben zur Zahl möglicher Betroffener oder zu Schäden enthält die Mitteilung nicht.
Auch Marsh und Citadel betroffen
Am selben Tag warnte die Behörde vor der Website marsh-ltd(.)com. Deren Betreiber treten als Marsh Securities Limited mit einer Geschäftsadresse in London auf und bieten laut BaFin ohne Erlaubnis Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen an. Die angegebene Registernummer gehört zur Marsh Securities (UK) Limited, die bei der britischen Finanzaufsicht FCA registriert ist. Anhaltspunkte für eine Verbindung dieses Unternehmens zur Website hat die BaFin nicht, sie geht von mutmaßlichem Identitätsdiebstahl aus.
Bereits am 30. Oktober hatte die Aufsicht auf angebliche Vermögensverwaltungsverträge im Namen der Citadel Securities Switzerland GmbH in Zürich hingewiesen. Das Unternehmen teilte der Behörde mit, dass Unbekannte Namen und Identität missbrauchten und kein Mitglied der Gruppe mit den Angeboten zu tun habe. Die Verträge erwecken zudem den Anschein einer Aufsicht durch die Schweizer FINMA und verwenden deren Logo ohne Erlaubnis.
Festgeld auch mit Bäumen
Nicht jede Warnung betrifft fremde Namen. Am 28. Oktober warnte die BaFin vor Festgeldangeboten der Landschaftsliebe GmbH aus Osterpai, die über ihre Website und per E-Mail Investments in Paulownia-Bäume vertreibt. Die Behörde hegt den Verdacht auf Bankgeschäfte ohne Erlaubnis und stützt die Warnung auf Paragraf 37 Absatz 4 des Kreditwesengesetzes. Die Warnung beruht auf einem Verdacht, eine gerichtliche Feststellung ist damit nicht verbunden.
Schärfer fiel eine ebenfalls am 28. Oktober bekannt gemachte Anordnung aus. Die BaFin verlangt von der in Dubai ansässigen D F S Bank Brokers Co. L.L.C, auch unter dem Namen Deecke Bank Brokers L.L.C. tätig, das Einlagengeschäft in Deutschland einzustellen und abzuwickeln und die angenommenen Gelder unverzüglich zurückzuzahlen. Die Mittel flossen über Verträge zu Inhaber-Teilschuldverschreibungen mehrerer Serien. Die Anordnung datiert vom 24. April 2026 und ist nach Angaben der Behörde bestandskräftig.
Quellen
AnlagebetrugBaFinIdentitätsmissbrauch
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