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Verbraucherpreise

Inflation sinkt im Oktober auf 2,8 Prozent, Energie bleibt der stärkste Preistreiber

Die Teuerung in Deutschland hat sich im Oktober deutlich abgeschwächt. Energie kostete aber weiterhin 12,2 Prozent mehr als vor einem Jahr, und die Importpreise steigen so stark wie seit 2022 nicht mehr.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Gestapelte Einkaufswagen mit grünen Griffen in einem Supermarkt als Symbol für Verbraucherpreise
Foto: Polycart / Wikimedia Commons, CC BY 2.0

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Oktober spürbar verlangsamt. Nach einer ersten Schätzung, die das Statistische Bundesamt am Freitag veröffentlichte, lagen die Preise um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im September hatte die Inflationsrate noch 3,3 Prozent betragen. Gegenüber dem Vormonat sanken die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Der für europäische Vergleiche berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex stieg ebenfalls um 2,8 Prozent.

Energie verteuert sich weiter deutlich

Haupttreiber bleibt die Energie. Sie kostete im Oktober 12,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit hat sich der Preisauftrieb in diesem Bereich gegenüber September, als das Plus bei 14,9 Prozent lag, zwar abgeschwächt, er bleibt aber hoch. Im Juli hatte der Anstieg bei 8,3 Prozent gelegen, im August bei 10,5 Prozent.

Bei Nahrungsmitteln blieb die Teuerung dagegen gering, sie lag wie im Vormonat bei 0,4 Prozent. Waren insgesamt verteuerten sich um 3,0 Prozent nach 3,8 Prozent im September, Dienstleistungen um 2,5 Prozent nach 2,7 Prozent. Die Kerninflation, die Energie und Nahrungsmittel ausklammert und als Maß für den zugrunde liegenden Preisdruck gilt, ging von 2,4 auf 2,1 Prozent zurück. Endgültige Ergebnisse will das Bundesamt am 11. November vorlegen.

Tankrabatt dämpft, Importpreise steigen kräftig

Ökonomen führen den Rückgang zu einem guten Teil auf die befristete Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe zurück. Dieser Effekt sei zeitlich begrenzt, Kraftstoffe blieben deutlich teurer als vor einem Jahr.

Wie stark der Druck auf den vorgelagerten Stufen ist, zeigen die ebenfalls am Freitag veröffentlichten Einfuhrpreise. Importierte Güter waren im September 10,4 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Das ist der stärkste Anstieg seit November 2022. Energieeinfuhren verteuerten sich um 61,8 Prozent, Rohöl um 59,3 Prozent und Erdgas um 53,9 Prozent. Ohne Energie lagen die Importpreise 5,5 Prozent über dem Vorjahr, importierte Konsumgüter kosteten dagegen nur 0,2 Prozent mehr.

Ökonomen warnen vor verfrühter Entwarnung

Unter Volkswirten überwiegt die Skepsis, ob der Rückgang Bestand hat. Ralph Solveen von der Commerzbank erwartet, dass die Inflation bald wieder anzieht, auch weil sich die niedrigere Kerninflation kaum halten dürfte. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, verweist auf den anhaltenden Druck bei Import-, Großhandels- und Erzeugerpreisen. Michael Heise, Chefvolkswirt von HQ Trust, rechnet wegen der Konflikte im Nahen Osten und höherer Kosten in den kommenden Monaten mit Raten nahe drei Prozent.

Sebastian Becker von Deutsche Bank Research erwartet für das Gesamtjahr 2026 eine Teuerung von 2,8 Prozent und für 2027 von 3,4 Prozent. Staatliche Maßnahmen wie die höhere Tabaksteuer, eine Zuckersteuer, höhere Zuzahlungen und das teurere Deutschlandticket könnten die Rate nach seiner Einschätzung um bis zu 0,4 Prozentpunkte erhöhen.

Für die Geldpolitik ist das Bild uneinheitlich. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, sieht in den Zahlen ein Argument für die zurückhaltenden Stimmen im EZB-Rat, weil keine Zweitrundeneffekte erkennbar seien. Eine Zinserhöhung im Dezember sei damit nicht ausgemacht. Ulrich Wortberg von der Helaba hält einen Zinsschritt im Dezember dagegen weiter für wahrscheinlich, weil die Inflation klar über dem Ziel der Europäischen Zentralbank liege und der Preisdruck in anderen Euroländern hoch sei.

Quellen

DestatisInflationVerbraucherpreise

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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