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Lebensmittelhandel

Tegut wird aufgeteilt: Bonuspunkte nur noch bis Ende November einlösbar

Die 288 Tegut-Filialen gehen größtenteils an Edeka, Rewe und Tante Enso, 36 Märkte bleiben ohne Käufer. Das Bonusprogramm Tebonus endet, über die Rewe-Übernahme entscheidet das Kartellamt bis zum 29. Oktober.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Kühlregale mit Getränken und Lebensmitteln in einem Supermarkt in Tauberbischofsheim
Foto: Triplec85 / Wikimedia Commons, CC0

Die Supermarktkette Tegut verschwindet in ihrer bisherigen Form aus dem deutschen Lebensmittelhandel. Wie ZDFheute am Freitag berichtete, verteilen sich die zuletzt 288 Filialen des Fuldaer Unternehmens auf mehrere Käufer, ein Teil der Märkte bleibt ohne Nachfolger. Für Kundinnen und Kunden endet zugleich das Bonusprogramm Tebonus: Punkte können nur noch bis zum 31. Oktober gesammelt und bis zum 28. November eingelöst werden. Nach Angaben der Migros erhalten die Teilnehmer eine Information per Post oder E-Mail.

Edeka übernimmt den größten Teil

Den Großteil der Standorte übernimmt die Edeka-Gruppe mit 178 Filialen. Davon gehen 57 bestehende und drei noch im Bau befindliche Märkte an den zum Edeka-Verbund gehörenden Discounter Netto. Die Rewe-Group soll 38 Standorte erhalten, darunter 36 Rewe-Märkte und zwei Penny-Filialen. Die Smart-Store-Kette Tante Enso hatte bereits 36 überwiegend kleinere Standorte übernommen. Für 36 Märkte gibt es nach dem Bericht bislang keine Lösung.

Eigentümer von Tegut ist seit 2013 die Schweizer Migros, die sich aus Deutschland zurückzieht. Das 1947 von Theo Gutberlet in Fulda gegründete Unternehmen ist in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Thüringen vertreten. Netto will die ersten übernommenen Märkte Ende Oktober für den Umbau schließen und im November unter eigenem Namen wiedereröffnen, weitere Umbauten folgen im Dezember. Die Tegut-Zentrale in Fulda soll ihren Betrieb zum 31. März 2027 vollständig einstellen. Die Eigenmarken von Tegut dürften nach dem Bericht durch die Sortimente der neuen Betreiber ersetzt werden.

Kartellamt knüpft Freigabe an Auflagen

Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme durch Edeka Ende September unter Auflagen freigegeben. Ursprünglich wollte Edeka 202 Tegut-Märkte, 41 Standorte des Kleinflächenformats teo, die Herzberger Bäckerei und ein Logistikzentrum erwerben. Nach Auffassung der Behörde hätte der Zusammenschluss ohne Zusagen in 34 regionalen Markträumen in Hessen, Thüringen, Nordbayern und Baden-Württemberg den Wettbewerb erheblich behindert, in neun davon wäre eine marktbeherrschende Stellung von Edeka entstanden oder verstärkt worden. Edeka verzichtet deshalb vier Jahre lang auf den Erwerb von 24 Standorten. Zudem sagte das Unternehmen zu, gegenüber Lieferanten keine unangemessenen Sonderkonditionen durchzusetzen.

Die Behörde verweist auf die hohe Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Edeka kam 2025 auf rund 30 Prozent des bundesweiten Umsatzes, die Schwarz-Gruppe auf etwa 25, Rewe auf 22 und Aldi auf 15 Prozent. Die Prüfung der Übernahme durch Rewe ist noch nicht abgeschlossen. Rewe hat Zusagen angeboten, die Frist des Kartellamts läuft am 29. Oktober ab.

Tausende Beschäftigte betroffen

Tegut beschäftigt nach eigenen Angaben rund 7.500 Menschen. Edeka beziffert die Zahl der Mitarbeitenden in den übernommenen Filialen auf rund 3.800, darunter 190 Auszubildende. Rewe kündigte an, allen Beschäftigten der übernommenen Märkte ein Angebot zu machen. Für die Herzberger Bäckerei gibt es nach Angaben von Edeka Fortführungskonzepte. Wie es für die Beschäftigten der 36 Märkte ohne Käufer weitergeht, ist offen.

Quellen

BundeskartellamtEdekaLebensmittelhandelReweTegut

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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