Lebensversicherung
Lebensversicherer rechnen 2026 mit sinkenden Beitragseinnahmen
Der Versichererverband GDV erwartet für die Lebensversicherung 2026 ein Beitragsminus von 3,7 Prozent. Die laufende Verzinsung klassischer Policen ist leicht gestiegen, der Garantiezins liegt bei 1,0 Prozent.

Die deutschen Lebensversicherer stellen sich auf ein schwächeres Jahr ein. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rechnet nach seiner Prognose zur Jahresmitte für 2026 mit einem Rückgang der Beitragseinnahmen um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu Jahresbeginn hatte der Verband noch ein Plus von 1,1 Prozent erwartet. Der am 8. Oktober 2026 veröffentlichte ifo-Konjunkturtest für die Branche bestätigt die gedämpfte Stimmung: Das Geschäftsklima in der Lebensversicherung sank um 13,7 auf 0,6 Punkte, die Erwartungen für die kommenden sechs Monate fielen auf minus 17,2 Punkte.
Einmalbeiträge brechen ein
Den stärksten Rückgang erwartet der GDV bei den Einmalbeiträgen, die um etwa zehn Prozent schrumpfen dürften. Bei den laufenden Beiträgen rechnet der Verband mit einem leichten Minus. Als Gründe nennt er schwächere Realeinkommen, die angespannte Lage am Arbeitsmarkt und die hohe wirtschaftliche Unsicherheit. Zudem seien Bankeinlagen kurzfristig attraktiver geworden, weil Banken Zinsänderungen schneller weitergeben als Lebensversicherer, die langfristig anlegen. Schließlich könnten Kunden Vorsorgeentscheidungen auf 2027 verschieben, wenn die neue staatlich geförderte Altersvorsorge startet.
Zum Vergleich: Im Jahr 2025 hatten die Lebensversicherer nach der GDV-Statistik noch 99,5 Milliarden Euro eingenommen, 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfielen 66,4 Milliarden Euro auf laufende und 33,1 Milliarden Euro auf Einmalbeiträge. Die Zahl der Verträge ging von 84,3 auf 82,6 Millionen zurück.
Verzinsung leicht gestiegen
Für Kundinnen und Kunden mit klassischen Verträgen hat sich die Verzinsung zuletzt etwas verbessert. Nach der im März veröffentlichten Marktstudie der Ratingagentur Assekurata, die 37 Lebensversicherer mit rund 64 Prozent Marktanteil umfasst, liegt die durchschnittliche laufende Verzinsung klassischer Policen 2026 bei 2,57 Prozent nach 2,52 Prozent im Vorjahr. Bei Produkten der sogenannten neuen Klassik beträgt sie 2,65 Prozent. Nur noch elf Anbieter bieten nach der Studie eine klassische Rentenversicherung gegen laufenden Beitrag an. Die Zinszusatzreserve, die Versicherer in der Niedrigzinsphase aufbauen mussten, wird nach Einschätzung von Assekurata weiter abgeschmolzen, was ab etwa 2027 Mittel in zweistelliger Milliardenhöhe pro Jahr freisetzen könnte.
Garantiezins bleibt voraussichtlich bei 1,0 Prozent
Der Höchstrechnungszins, umgangssprachlich Garantiezins, liegt für Neuverträge seit Januar 2025 bei 1,0 Prozent, nachdem er von 2022 bis 2024 mit 0,25 Prozent einen historischen Tiefstand erreicht hatte. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) empfahl, den Wert auch für 2027 beizubehalten, der GDV unterstützte dies. Festgelegt wird der Zins vom Bundesfinanzministerium per Verordnung, das in der Vergangenheit meist der Empfehlung der Aktuare gefolgt ist. Die DAV begründete ihre Empfehlung mit einem stabilen Zinsniveau und verwies zugleich auf geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Einordnung
Die Branche bleibt trotz der Zahlen nach eigener Darstellung solide aufgestellt. Im Konjunkturtest bewerteten die Lebensversicherer ihre aktuelle Geschäftslage sogar etwas besser als im Vorquartal. Die Erwartungen an das Neugeschäft mit laufenden Beiträgen stiegen deutlich, was der GDV mit dem Start der reformierten Altersvorsorge und dem höheren Zinsniveau erklärt. Das Geschäft gegen Einmalbeitrag wird dagegen weiter pessimistisch eingeschätzt.
Quellen
- Versicherungsbote: Lebensversicherung rutscht ins Minus (07.09.2026)
- GDV: ifo-Konjunkturtest Versicherungswirtschaft (08.10.2026)
- Cash.: Assekurata-Marktstudie, Zinsanstieg stärkt Lebensversicherer (09.03.2026)
- PwC Insurance News: DAV empfiehlt Beibehaltung des Höchstrechnungszinses bei 1,0 Prozent für 2027
BeitragseinnahmenGarantiezinsGDVLebensversicherungÜberschussbeteiligung
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.



