Berufsunfähigkeit
Berufsunfähigkeit: Psychische Erkrankungen bleiben häufigste Ursache
Fast jeder dritte Leistungsfall in der Berufsunfähigkeitsversicherung geht auf psychische Erkrankungen zurück. Das zeigt die jährliche Marktanalyse des Analysehauses Morgen und Morgen.

Psychische Erkrankungen sind weiterhin der häufigste Grund, aus dem Versicherte eine Berufsunfähigkeitsrente beziehen. Nach dem Marktblick Berufsunfähigkeit 2026 des Analysehauses Morgen und Morgen (M&M) entfallen 32,34 Prozent der Leistungsfälle auf diese Ursache. Erkrankungen des Bewegungsapparats folgen mit 17,61 Prozent, Krebs mit 16,3 Prozent. Psychische Leiden treten laut der Auswertung besonders häufig bei Versicherten unter 40 Jahren auf, Erkrankungen von Rücken und Gelenken nehmen mit dem Alter zu.
Hoher Wettbewerb, viele Bestnoten
Für das Rating untersuchte M&M 636 Tarife und Tarifkombinationen von 59 Versicherern. Davon erhielten 537 die Höchstnote von fünf Sternen, unverändert gegenüber dem Vorjahr. Zwei Tarife wurden mit einem Stern bewertet, fünf weniger als 2025, was das Analysehaus auf eine zunehmende Vereinheitlichung der Bedingungen zurückführt. Der Wettbewerb verlagere sich in die Details der Vertragsgestaltung und werde vor allem über den Preis geführt.
Als schwächsten Bereich weist die Analyse die Beitragsstabilität aus. Nur 17 Versicherer erreichten hier fünf Sterne, 37 vier Sterne. In die Bewertung fließen Bilanzdaten, die Überschussentwicklung der vergangenen zehn Jahre und der Abstand zwischen garantiertem und tatsächlich gezahltem Beitrag im Neugeschäft ein. Gewichtet werden die Bedingungen mit 40 Prozent, die Unternehmenskompetenz mit 30 Prozent, die Beitragsstabilität mit 20 Prozent und die Antragsfragen mit zehn Prozent.
Annahme und Ablehnung
Bei der Antragsprüfung nahmen die Versicherer nach M&M-Angaben 79,88 Prozent der Anträge ohne Einschränkung an, nach 79,24 Prozent im Vorjahr. Weitere Ergebnisse:
- angenommen mit Leistungsausschluss: 10,51 Prozent
- angenommen mit Beitragszuschlag: 2,8 Prozent
- abgelehnt wegen Vorerkrankungen: 2,75 Prozent
- keine Rückmeldung der Antragsteller: 3,22 Prozent
Wurde ein Leistungsantrag abgelehnt, lag das in 40,61 Prozent der Fälle daran, dass die Kundinnen und Kunden die Kommunikation abgebrochen hatten, ein Anstieg um rund zwei Prozentpunkte. In 33,03 Prozent erreichte die festgestellte Berufsunfähigkeit nicht die vertraglich vorausgesetzte Schwelle von 50 Prozent. Eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht war in 8,46 Prozent der Fälle der Grund, Anfechtung oder Betrug in 6,21 Prozent.
Streitfälle vor Gericht
Kommt es zum Prozess, endet ein Großteil der Verfahren mit einem Vergleich. Der Anteil sank laut der Analyse von knapp 64 auf 60,82 Prozent. Die Versicherer gewannen 23,52 Prozent der Verfahren und verloren gut zehn Prozent, in 5,28 Prozent nahmen die Kläger ihre Klage zurück.
Einordnung
Nach den Vertriebsdaten von M&M, die auf mehr als 500.000 Tarifberechnungen beruhen, wird die Absicherung häufig in jungen Jahren abgeschlossen. Der Anteil der unter 30-Jährigen sank allerdings von 58 auf 53 Prozent. Schülerinnen, Schüler und Studierende machen jeweils neun Prozent aus. In 70 Prozent der Berechnungen wurde ein Endalter von über 65 Jahren gewählt. Bei den Zahlen handelt es sich um die Auswertung eines privaten Analysehauses, nicht um eine amtliche Statistik.
Quellen
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.



