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Shrinkflation

Weniger Riegel, kleinere Tafeln: Verbraucherzentrale dokumentiert neue Mogelpackungen

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat erneut Füllmengenreduzierungen bei Süßwaren registriert, zuletzt bei Nestlé-Minis. Gegen Mondelez läuft wegen der Milka-Tafel ein Berufungsverfahren.

Redaktion Bundesverbraucherblatt2 Min. Lesezeit

Weniger Riegel, kleinere Tafeln: Verbraucherzentrale dokumentiert neue Mogelpackungen
Foto: unbekannt / Rawpixel, CC0 1.0

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat in den vergangenen Wochen mehrere Fälle sogenannter Shrinkflation bei Süßwaren veröffentlicht, bei denen die Füllmenge sinkt, der Preis pro Kilogramm aber steigt. Jüngstes Beispiel sind die Minis der Nestlé-Marken KitKat, Lion und Smarties. Nach Angaben der Verbraucherzentrale vom 6. Oktober enthalten die Beutel nur noch 10 statt 13 Riegel. Bei KitKat sank das Gewicht von 217 auf 167 Gramm, bei Lion von 234 auf 180 Gramm und bei Smarties von 187 auf 144 Gramm.

Preis hängt vom Handel ab

Nestlé senkte zugleich die unverbindliche Preisempfehlung von 4,79 Euro auf 3,79 Euro. Der Konzern bestätigte die Verkleinerung in einer Stellungnahme vom 22. Juli und verwies darauf, dass die Preishoheit beim Handel liege. Die Verbraucherzentrale hat errechnet, dass der Stückpreis auch bei der niedrigeren Empfehlung um rund 3 Prozent steigt. Wo Händler den bisherigen Regalpreis von 3,79 Euro beibehalten haben, beträgt die versteckte Preiserhöhung nach ihrer Rechnung etwa 30 Prozent. Langfristig betrachtet kosteten die Minis im Mai 2021 noch 2,99 Euro für 15 Stück.

Weitere Fälle bei Schokolade und Riegeln

Bei der Romy-Schokolade des Herstellers Hosta sank die Tafel von 200 auf 150 Gramm, der Preis meist von 2,99 auf 2,49 Euro. Bezogen auf den Grundpreis entspricht das laut Verbraucherzentrale einer Erhöhung um rund 11 Prozent. Hosta begründete den Schritt mit veränderten Konsumgewohnheiten und gestiegenen Rohstoffkosten. Die Verbraucherschützer halten dem entgegen, dass die Kakaopreise im Durchschnitt wieder auf dem Niveau von Ende 2023 lägen.

Als Mogelpackung des Monats Juli hatte die Verbraucherzentrale das Multipack von Milky Way benannt, das statt neun nur noch fünf Riegel enthält. Der Preis sank meist von 2,99 auf 2,29 Euro, pro Kilogramm entspricht dies einem Anstieg um rund 38 Prozent. Der Hersteller Mars führte gestiegene Kosten für Rohstoffe und Energie an. Bei der neuen Linie Edelkakao Klasse von Ritter Sport wiegt die Tafel 75 statt der bisher üblichen 100 Gramm bei einem Preis von meist 2,29 Euro. Das Unternehmen spricht von einer vollständig neuen Produktgruppe mit eigenen Rezepturen; die Verbraucherzentrale hält eine verdeckte Preiserhöhung für wahrscheinlich.

Gericht sieht relative Mogelpackung

Juristisch ist die Frage nicht abschließend geklärt. Das Landgericht Bremen gab der Verbraucherzentrale Hamburg in einem Verfahren gegen Mondelez wegen der Verkleinerung von Milka-Tafeln von 100 auf 90 Gramm bei unveränderter Verpackung recht (Az. 12 O 118/25). Das Gericht wertete dies als irreführende relative Mogelpackung, weil Kunden vertraute Produkte nicht auf versteckte Änderungen prüfen müssten. Mondelez hat Berufung beim Hanseatischen Oberlandesgericht Bremen eingelegt.

Forderungen

Die Verbraucherzentralen fordern eine gesetzliche Pflicht, Füllmengenreduzierungen mindestens sechs Monate lang gut sichtbar auf der Packung zu kennzeichnen. Eine solche Regel existiert in Deutschland bislang nicht.

Quellen

GrundpreisMogelpackungShrinkflationSüßwarenVerbraucherzentrale

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz auf Grundlage der genannten Quellen erstellt. Mehr dazu in unseren Redaktionsgrundsätzen.

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