Rückrufe
Salmonellen, EHEC und Fremdkörper: Behörden melden eine Serie von Lebensmittelrückrufen
Seit Anfang Oktober haben die Länder auf lebensmittelwarnung.de mehrere Rückrufe veröffentlicht. Betroffen sind unter anderem Pfeffer, Sesampaste, Weichkäse, Butterkekse und weiße Bohnen.

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Länder haben in den ersten Oktobertagen eine Reihe von Warnungen auf dem behördlichen Portal lebensmittelwarnung.de veröffentlicht. Die Gründe reichen von Krankheitserregern wie Salmonellen und EHEC bis zu Fremdkörpern aus Metall und Kunststoff. In allen Fällen raten die Unternehmen vom Verzehr ab und erstatten den Kaufpreis bei Rückgabe.
Krankheitserreger
Am 1. Oktober meldete Nordrhein-Westfalen einen Rückruf der Peugeot Saveurs Deutschland GmbH aus Metelen. Bei Timut-Pfeffer in 10-Gramm-Beuteln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 5. Mai 2030 besteht der Verdacht auf Salmonellen. Der Pfeffer war auch Bestandteil eines Geschenksets mit Pfeffermühle und wurde in allen 16 Bundesländern vertrieben.
Salmonellen können nach Angaben in einer bayerischen Meldung vom 2. Oktober auch in einer Sesampaste der Marke Chtoura Garden aus dem Libanon enthalten sein, die der Großhändler Tema Fine Foods im Gebinde zu 12 mal 800 Gramm vertrieben hat. Betroffen ist die Charge mit dem Haltbarkeitsdatum Oktober 2027; die Warnung wurde nachträglich auf sieben Bundesländer ausgeweitet.
Die Biokäserei Reimehof im mittelfränkischen Kirchensittenbach ruft seit dem 7. Oktober ihren Weichkäse „Zickenblues“ mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum 14. Oktober 2026 zurück. In dem Produkt wurden enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC) nachgewiesen. Laut Meldung können die Erreger Durchfall und Erbrechen sowie als Folgeerkrankung das hämolytisch-urämische Syndrom auslösen. Der Käse wurde in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin verkauft.
Schimmel und Fremdkörper
Schimmel ist Anlass für zwei weitere Rückrufe. Die Wurzener Nahrungsmittel GmbH aus Sachsen ruft seit dem 9. Oktober weiße Bohnen in 500-Gramm- und 10-Kilogramm-Packungen zurück, nachdem bei Qualitätskontrollen Schimmelspuren an einzelnen Bohnen festgestellt wurden. Betroffen sind zwölf Chargen mit Haltbarkeitsdaten zwischen Februar und Mai 2028. Die Ware wurde in zwölf Bundesländern unter anderem bei Edeka, Kaufland, Rewe und Globus angeboten. Bereits am 2. Oktober hatte Nordrhein-Westfalen vor Fruchtgummis „Cokoc Spiegeleier“ gewarnt, die bundesweit in Filialen der Kette Action verkauft wurden und vor Ablauf der Mindesthaltbarkeit schimmeln können.
Wegen möglicher Metallteile ruft der Schweizer Hersteller Kägi Söhne AG eine Charge seiner Butterbiscuits in der 200-Gramm-Packung mit dem Haltbarkeitsdatum 28. August 2027 zurück, die über Edeka in fünf Bundesländern vertrieben wurde. Die Käserei Schneider aus dem niedersächsischen Bodenfelde meldete Plastikfolie in einem hausgemachten Kochkäse mit Kümmel mit dem Haltbarkeitsdatum 30. November 2026.
Einordnung
Das Portal lebensmittelwarnung.de wird von den 16 Bundesländern und dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gemeinsam betrieben. Veröffentlicht werden Warnungen zu Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetik. Im Jahr 2025 erschienen dort nach Angaben des Bundesamts 323 Meldungen. Zuständig für die Bewertung des Einzelfalls und die Veröffentlichung ist jeweils die Behörde des Landes, in dem das verantwortliche Unternehmen seinen Sitz hat.
Quellen
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