Ölversorgung
Bundesrat billigt Freigabe von 19,5 Millionen Barrel aus der nationalen Ölreserve
Deutschland setzt seinen Anteil an der Zusage der G7 vollständig um und gibt weitere Mineralölvorräte frei. Die Pflicht zur Bevorratung sinkt von 90 auf 82 Tage.

Der Bundesrat hat am Freitag, 16. Oktober 2026, der Freigabe weiterer Ölvorräte aus der nationalen Notreserve zugestimmt. Nach der Verordnung gibt Deutschland insgesamt 19,5 Millionen Barrel Mineralöl und Mineralölprodukte frei. Davon werden 3,5 Millionen Barrel angerechnet, die bereits erfüllt sind. Die Verordnung tritt am Tag nach ihrer Verkündung in Kraft. Es ist bereits die siebte Freigabeverordnung dieser Art; die Bundesregierung greift damit erneut auf die Pflichtvorräte zurück, die für Krisenfälle angelegt sind.
Umsetzung der Zusage der G7
Die Menge entspricht dem deutschen Anteil von 4,9 Prozent an einer gemeinsamen Freigabe der G7-Staaten. Diese hatten im März 2026 zugesagt, insgesamt 400 Millionen Barrel aus ihren Reserven bereitzustellen. Am 2. Oktober 2026 beschlossen die Staats- und Regierungschefs der G7, diese Zusage vollständig umzusetzen; zusätzlich sollen Dieselreserven innerhalb von 20 Tagen bereitgestellt werden. Die Bundesregierung begründet den Schritt mit der geopolitischen Lage seit März 2026, mit Risiken für die Versorgung mit Mineralöl und mit hohen Preisen.
Kürzere Vorhaltepflicht
Mit der Freigabe sinkt die Bevorratungspflicht des Erdölbevorratungsverbandes. Er muss künftig nur noch Vorräte im Umfang von 82 statt bisher 90 Tagen der Einfuhren nach Deutschland vorhalten. Wie groß die verbleibenden Bestände absolut sind und wann die Reserve wieder aufgefüllt werden soll, geht aus den Angaben des Bundesrates nicht hervor. Einen erwarteten Effekt auf die Preise für Heizöl, Benzin oder Diesel beziffert weder der Bundesrat noch die Bundesregierung in den veröffentlichten Unterlagen.
Mineralöl treibt die Großhandelspreise
Der Preisdruck bei Ölprodukten ist erheblich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Großhandelspreise für Mineralölerzeugnisse im September 2026 um 48,8 Prozent über dem Vorjahresmonat und um 10,5 Prozent über dem August. Sie waren damit der wichtigste Treiber des allgemeinen Anstiegs der Großhandelspreise um 8,7 Prozent, des stärksten seit Februar 2023. Im August hatte die Jahresrate noch bei 6,8 Prozent gelegen, im Juli bei 5,3 Prozent. Als Hauptursache nennt die Behörde die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten, die vor allem Energieprodukte und Vorleistungsgüter wie Metalle verteuert haben.
In derselben Sitzung wurde zudem eine Länderinitiative für eine weitere Entlastung bei hohen Energiepreisen vorgestellt und zur Beratung in die Ausschüsse überwiesen. Über Inhalt und Aussichten dieses Vorstoßes ist noch nicht entschieden. Für Haushalte mit Ölheizung und für Pendler bleibt damit offen, ob die zusätzliche Freigabe der Reserve spürbar auf die Preise durchschlägt oder vor allem die Versorgungssicherheit absichert.
Quellen
BundesratEnergiepreiseErdölG7HeizölÖlreserve
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