Verbraucherpreise
Heizöl kostet drei Viertel mehr als vor einem Jahr, Inflation steigt auf 3,3 Prozent
Das Statistische Bundesamt hat die Inflationsrate für September bestätigt. Treiber sind Heizöl und Kraftstoffe, während Strom, Erdgas und Fernwärme günstiger sind als vor einem Jahr.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September so stark gestiegen wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag, 13. Oktober, mitteilte, lag die Inflationsrate bei 3,3 Prozent und damit auf dem höchsten Stand seit Dezember 2023. Im August hatte sie 2,9 Prozent betragen, im Juli 2,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat zogen die Preise um 0,6 Prozent an. Die Behörde bestätigte damit ihre vorläufige Schätzung.
Heizöl als stärkster Preistreiber
Den größten Anteil an der Teuerung hatte die Energie. Haushaltsenergie und Kraftstoffe kosteten zusammen 14,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, nach 10,5 Prozent im August. Einen stärkeren Anstieg hatte die Statistik zuletzt im Februar 2023 ausgewiesen. Besonders deutlich verteuerte sich leichtes Heizöl mit einem Plus von 74,9 Prozent; allein gegenüber August stieg der Preis um 18,5 Prozent. Kraftstoffe waren 37,1 Prozent teurer als im Vorjahresmonat, feste Brennstoffe wie Brennholz und Pellets 15,6 Prozent.
Das Bundesamt führt die Entwicklung auf den Rohölmarkt seit Beginn des Iran-Kriegs zurück. Die zum 1. Oktober erneut gesenkte Energiesteuer auf Kraftstoffe ist in den Septemberwerten noch nicht enthalten.
Strom, Gas und Fernwärme günstiger
Für Haushalte, die mit Strom, Gas oder Fernwärme heizen, zeigt die Statistik ein anderes Bild. Strom kostete 5,5 Prozent weniger als im September 2025, Erdgas 2,8 Prozent und Fernwärme 1,0 Prozent weniger. Nach Darstellung des Bundesamts gehen diese Rückgänge teilweise auf Maßnahmen der Bundesregierung zurück. Die Teuerung trifft damit vor allem Haushalte, die mit Öl heizen oder viel tanken.
Ohne Energie moderate Teuerung
Abseits der Energie blieb der Preisauftrieb begrenzt. Ohne Nahrungsmittel und Energie lag die Kerninflation unverändert bei 2,4 Prozent, ohne Heizöl und Kraftstoffe bei 1,8 Prozent. Nahrungsmittel kosteten lediglich 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Deutlich teurer wurden Eier mit 15,2 Prozent und frisches Gemüse mit 12,0 Prozent, während Butter um 29,5 Prozent und Molkereiprodukte um 5,5 Prozent günstiger waren.
Dienstleistungen verteuerten sich um 2,7 Prozent. Darunter stiegen die Preise für Wasserversorgung und andere wohnungsbezogene Dienstleistungen um 3,7 Prozent. Die Nettokaltmieten lagen 1,9 Prozent über dem Vorjahresniveau, bei den tatsächlich gezahlten Mieten betrug der Anstieg 2,3 Prozent.
Für die Heizperiode bleibt damit vor allem der Ölpreis entscheidend. Wie stark die Steuersenkung an der Zapfsäule die Teuerung dämpft, wird erst die Statistik für Oktober zeigen.
Quellen
DestatisEnergiepreiseHeizölInflationVerbraucherpreisindex
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